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fandom24/#24

Titel: Familie
Autor: callisto24
Fandom: 24
Charaktere: Kim, Chase
Genre: Drama
Thema: zwischen Season 4 und Season 5, daher SPOILER!
Word Count: 680
Rating: PG-13
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....


Die Tür war hinter ihnen zugefallen, mit einem scharfen, endgültigen Laut, der keinen Zweifel daran ließ, dass dieser Teil ihres Lebens ein für alle Mal der Vergangenheit angehören würde. Sie biss sich auf die Lippen, ballte die Fäuste bis es weh tat, um nicht dem Drang nachzugeben die Tür wieder aufzureißen, hinauszustürmen, sich an ihn zu klammern und ihn anzuflehen sie nicht zu verlassen. Oder das kleine Mädchen aus ihrem Kindersitz zu befreien, zu umschlingen, festzuhalten und nicht wieder loszulassen. Sie wollte ihn anschreien, ihn ohrfeigen, ihm auf jede erdenkliche Art klar machen, dass er kein Recht hatte dieses Mädchen mit sich zu nehmen um auch ihr Leben zu zerstören.
Aber es war zu spät! Alle Schreie waren bereits ausgestoßen worden, alle Versuche ihn zu überzeugen, ihn mit Gewalt, mit Sanftheit, mit Argumenten an sich zu binden, fehlgeschlagen.
Er hatte es nicht gesehen, hatte es nicht verstehen können, dass er die Geschichte wiederholte, dass er Angela zu dem Schicksal verurteilte, das auch ihr mit in die Wiege gelegt worden war.
Sie wusste was es bedeutete so leben zu müssen, es hatte keine Bedeutung, wie sehr ihr Vater und auch ihre Mutter sich bemüht hatten, sie zu beschützen, zu behüten. Die Angst, die Unsicherheit, die Gefahr waren doch ihre ständigen, wenn auch, zumindest in den ersten Lebensjahren niemals bewusst wahrgenommene Begleiter gewesen. Und später, nachdem sie diese Phantome erkannt hatte, waren sie ihr normal erschienen, zu einer Gewohnheit geworden, und sie hatte lange gebraucht um zu erkennen, dass dies nicht die Norm war. Dass nicht jeder Vater sich auf der ständigen Suche nach dem Tod befand, dass es nur ihr Vater war, der das Leben nicht ertragen konnte, und der deshalb alles um sich herum früher oder später ins Verderben stürzte.
Natürlich waren ihr von Anfang an die Parallelen zwischen Jack und Chase aufgefallen, sie waren sich ähnlich in ihrem Verhalten, in ihrer Art an die Dinge heranzugehen, in ihrer Kompromisslosigkeit und der Rücksichtslosigkeit, vor allem gegenüber sich selbst.
Aber es war doch Chase, er hatte sie geliebt, hatte eine Zukunft gewollt, hatte geplant, alles für sie und Angela zu ändern. Er hatte doch verstanden, was ihr Vater ihr angetan hatte, versprochen, dass er alles anders machen würde, dass er ein anderes Leben führen wolle.
Aber dann war die Nachricht von Jacks Tod eingetroffen, und sie war mit einem Mal allein gewesen. Nicht nur, dass ihr Vater sie verlassen hatte, nein, auch Chase war ein Anderer geworden. Er hatte nicht darüber gesprochen, er hatte versucht sie zu trösten, ihr eine Stütze zu sein, aber sie hatte es gefühlt. Es war eine ständige Unruhe um ihn, eine Elektrizität, die sich nach einer Möglichkeit sehnte entladen zu werden, eine kaum zu ertragende Anspannung.
Ein Gefühl, das sie kannte, und das sie sich geschworen hatte, nie wieder ertragen zu müssen. Sie hatten nächtelang gestritten. Er hatte es bestritten, hatte ihr geschworen, dass er zufrieden mit dem war, was er hatte, aber er war unfähig gewesen ihr auf Dauer etwas vorzumachen.
Sie hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass weder für sie, noch für Angela so ein Leben in Frage kommen würde, doch am Ende hatte auch das nicht ausgereicht. Angela war ihr genommen worden, ebenso wie Chase, der nicht mehr Chase war, sondern von dessen Seele ein Anderer Besitz ergriffen hatte, jemand dem sie sich nie wieder anvertrauen wollte.
Und doch fragte sie sich manchmal, ob ihre Wahrnehmung ihr nicht doch einen Streich spielte, ob Chase nicht schon immer ein Ebenbild ihres Vaters gewesen war, ob sie sich vielleicht doch nur deshalb für ihn entschieden hatte, und was das für sie bedeuten würde.
Und endlich, als das Geräusch des startenden Motors zu ihr drang, an Intensität zunahm, bis es beinahe nicht mehr zu ertragen war, und dann in der Ferne verebbte... , endlich konnten die Tränen fließen, konnte sie Abschied nehmen von dem, was gewesen war, und von dem, was hätte sein können.
Tags: .fandom: 24 1-100, callisto24 - 24 - generell
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