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24/prompt#62/#89

Prompt#62
Titel: Frühling
Autor: callisto24
Fandom: 24
Charaktere: Jack, Angela
Genre: Drama
Thema: nach Season 5
Word Count: 794
Rating: PG-13
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....
nach #83

“Es hat mich eine Weile gekostet, bis ich in der Lage war, die Realität wieder in einer Weise wahrzunehmen, die mir den Umgang mit anderen Menschen und die Konfrontation mit den Ereignissen der vergangenen Jahre, ermöglichte. Deshalb habe ich nicht früher erfahren, dass dein Vater bei dem Versuch mir zu helfen, sein Leben verloren hat.”
“Was?” Angela sah ihn verständnislos an, fuhr sich nervös durch die Haare und sprach dann hastig weiter. “Also, sie wollen mir ernsthaft erzählen mein Vater wäre eine Art Held gewesen.?”
In Jacks Mundwinkeln zuckte es belustigt, doch sein Blick blieb ernst.
“So kannst du es sicher nennen.” Er legte den Kopf in den Nacken und blickte nachdenklich in den blau strahlenden Frühlingshimmel hinauf.
“Manchmal werfe ich mir vor, dass er sich zu viel von meiner Art an die Dinge heranzugehen, angeeignet hat, in der Zeit, in der wir zusammengearbeitet haben. Davon abgesehen hatte er diesen Dickkopf, es war beinahe unmöglich ihm etwas auszureden.”
Jack schloss müde seine Augen. “Er hatte etwas herausgefunden, eine Spur entdeckt, und war nicht davon abzubringen ihr zu folgen.”
“Aber er wollte ihnen helfen.” Er nickte und wandte ihr seinen Blick zu, der mit einem Mal eine unendlich tiefe Trauer spiegelte, den Blick eines Menschen, der bereits zu viele Verluste erlitten hatte.
“Das wollte er, und das hätte er auch, wenn nicht... “. Jack stockte, als hätte er schon zu viel gesagt.
“Wenn nicht... was? Was ist passiert?” Angela bemühte sich ihre Ungeduld zu bremsen.
“Es... es war eine politische Entscheidung. Die Lage damals war ausgesprochen heikel und... offensichtlich waren mächtige Leute, Menschen mit großem Einfluss, fest entschlossen sich keine weitere Blöße zu geben.” Er zögerte wieder.
“Politik?” fragte sie. “Politiker sind Verbrecher, das weiß man doch.”
Jack schüttelte den Kopf, konnte es aber nicht verhindern, dass seine Gesichtszüge einen belustigten Ausdruck annahmen. “Das ist wohl die Meinung deiner Tante.”
Rasch wurde er wieder ernsthaft. “Wahr ist, dass das Vertrauen der Bürger in ihre Vertreter, gerade in dieser Zeit extrem erschüttert worden war. Man hatte wohl versucht zu vertuschen, soweit möglich, aber die Furcht vor dem endgültigen Verlust der Kontrolle, beherrschte gewisse Kreise. Und diese waren bereit alles daranzusetzen, um die Stabilität, so, wie sie in ihrem Interesse lag, zu wahren.”
“Soll das heißen... ?” Angelas Augen waren immer weiter geworden, in ihrer Mitte sprühte ein dunkler Funken, Ärger glomm auf, gewann mehr und mehr an Intensität.
Jack fixierte ihren Blick mit seinem. Eisblau dämpfte die aufflackerten Emotionen. Er atmete tief aus, bevor er fortfuhr.
“Lass es mich so sagen. Ich habe in meinem Leben einen einzigen Politiker kennen gelernt, dem ich von ganzem Herzen vertraut habe, einen Einzigen. Und David Palmer ist in genau diesem Jahr erschossen worden.”
Mit Erschrecken nahm Angela wahr, dass Jacks Augen mit einem Mal voller Tränen standen, und noch mehr erschütterte sie, dass sie ihrerseits die unsichtbaren Anzeichen ihrer Trauer emporsteigen fühlte. Und das, obwohl sie doch schon lange nicht mehr weinte, schon viel zu lange nicht mehr. Sie riss sich mit Gewalt zusammen.
“Sie wollen mir also allen Ernstes weismachen, eine Art Regierungsintrige habe zum Tod meines Vaters geführt. Und die Verantwortlichen können zuerst machen was sie wollen und lachen sich dann einen Ast?” Ihr Herz raste, das Blut rauschte in ihren Ohren, als sie versuchte ihre Wut unter Kontrolle zu bringen. Es schien ihr, als habe sich ein Ventil geöffnet und der jahrelang angestaute Druck wollte nun mit aller Macht entweichen.
Sie merkte erst, dass sie aufgesprungen war, als Jack ebenfalls aufstand.
“Ich habe nichts dergleichen gesagt.” Seine Stimme klang dunkel, besänftigend und zugleich bedrohlich, als er, obwohl nicht viel größer, beinahe hypnotisierend auf sie hinuntersah.
“Aber eines kann ich dir versichern.” Sie hielt seinem Blick stand, obwohl sie am liebsten davon gelaufen wäre, sich verkrochen hätte, versteckt vor dieser Stimme, vor diesen Augen, vor diesen Geschichten, mit denen sie eigentlich nicht das Geringste zu tun haben wollte, von denen sie nie gewünscht hatte etwas zu erfahren. Aber jetzt war es zu spät, sie konnte davor nicht mehr davon laufen.
“Jeder, der schuld ist an am Tod deines Vaters, hat dafür bezahlt.”
Angela schluckte unsicher, starrte den Mann an, der auf den ersten Blick so unscheinbar gewirkt hatte, und der mit einem Mal eine Kälte und unerbittliche Härte ausstrahlte, die sie erzittern ließ. Auch ohne, dass er ein weiteres Wort sagte, wusste sie, dass er es war, der dafür gesorgt hatte, dass er, und nur er, dazu fähig wäre, ohne Mitleid und ohne Skrupel. Und genauso wusste sie, dass er sie nicht gehen lassen würde. Ihr Leben würde eine neue Richtung einschlagen, egal, ob sie das nun wollte oder nicht, sie würde daran nichts mehr ändern können.
Im Grunde wusste sie auch nicht, ob sie daran etwas ändern wollte.
Und die Frühlingssonne warf ihr Licht über einen neuen Anfang.


Prompt#89
Titel: Arbeit
Autor: callisto24
Fandom: 24
Charaktere: Jack, Angela
Genre: Drama
Thema: nach Season 5
Word Count: 462
Rating: PG-13
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....
nach #62


Der Sommer verbreitete seine drückende Hitze in der Innenstadt von Los Angeles, als die junge Frau den klimatisierten Gebäudekomplex betrat. Sie war schon einmal hier gewesen, das letzte Mal, als sie sich um diesen Job beworben hatte. Aber auch schon vorher, zusammen mit Jack oder Chloe.
Chloe, die in ihr die lang ersehnte Nachfolgerin sah, die meinte, mit jemandem wie Angela auf ihrem Posten könne sie getrost in den Ruhestand gehen.
Und Jack, der sie liebend gerne als Field Agent sah, auch wenn er das niemals zugeben würde. Im Gegenteil, er wurde niemals müde, sie vor diesem Beruf zu warnen, ihr stetig die negativen Seiten aufzuzählen. Und doch sah sie es in seinem Blick, an der Art wie er sich stolz aufrichtete, wenn einer ihrer Einsätze, eine besonders gut bestandene praktische Prüfung, oder ihre Fertigkeiten in Waffentechniken zur Sprache kamen.
Natürlich hatte sie als Teenager auch für ihn geschwärmt. Sein Alter, seine weißen Haare, dass er zunehmend einen Gehstock benutzen musste, hatten dabei keinerlei Rolle gespielt. Aber erst später, als sie diese Phase überwunden, reifer und vernünftiger geworden war, erkannt hatte, dass sich ihr und sein Lebensweg auf eine andere, weitaus tiefergehende Weise überschnitt, waren sie in der Lage gewesen miteinander umzugehen, miteinander zu reden, sich gegenseitig zu helfen.
Sie grinste bei dem Gedanken an ihren ersten Freund, den sie ihm vorgestellt hatte. Der arme Junge musste sich vorgekommen sein, wie bei einem Verhör. Später hatte Jack sich entschuldigt, hatte gemeint mit dem Alter würden seine Beschützerinstinkte wohl völlig außer Kontrolle geraten. Aber sie hatte es geliebt, war ihm dankbar gewesen für die Sorgen, die er sich machte, auch wenn er sie vergeblich zu verbergen suchte.
Und endlich war Audrey wieder in sein Leben getreten, Audrey, die er geliebt hatte, und die einen Kollegen geheiratet, und sich entschlossen hatte bei ihm zu bleiben, nachdem Jack wieder aufgetaucht war. Bis, vor zwei Jahren, ein Herzstillstand ihr Curtis weggenommen hatte, und Jack und sie langsam, Schritt für Schritt, begonnen hatten, umeinander herumzutanzen, bis Angela es einfach nicht mehr hatte mit ansehen können.
Chloe meinte manchmal, wenn es jemand schaffen könne, Jack zu irgendetwas zu bewegen, dann sei es Angela, und, tatsächlich war es ihr irgendwie gelungen durch diese Mauer aus Selbstvorwürfen, Zweifeln und Bitterkeit, hinter der er sich verschanzte, hindurch zu dringen und ihn davon zu überzeugen sich noch einmal ohne Rückhalt und Sicherheit jemandem zu öffnen. Und wenn sie an die beiden dachte, wie sie, die Hände ineinander verschlungen, am Strand spazieren gingen, dann wusste sie, dass es jedes Risiko wert gewesen war.
Mit diesem Gedanken im Herzen betrat sie ihren neuen Wirkungskreis, den Ort, dem Jack und auch ihr Vater einen Stempel aufgedrückt hatten, und Hoffnung strömte von ihr aus, leicht und belebend, wie ein frischer Wind, dem keiner widerstehen konnte.
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