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fandom24/prompt#7

Titel: Tage
Autor: callisto24
Fandom: 24
Charaktere: Jack
Genre: Drama
Word Count: 759
Rating: PG-13
Anmerkung: Nichts davon gehört mir. Spielt nach dem Ende von Season 4, gehört zur #6-#10 Reihe!

Mehrere Tage waren nun schon vergangen und er steckte immer noch in dieser gottverlassenen Wüsteneinöde fest. Nicht, dass ihn irgendetwas daran gehindert hätte weiterzuziehen, er konnte nur schlicht und einfach die Energie dazu nicht aufbringen.
Er war alleine hier, es gab buchstäblich niemanden, der sich für einen Fremden interessierte, der beschlossen hatte für eine Weile an diesem Ort unterzukriechen. Die wenigen Bewohner des kargen Ortes hatten genügend eigene Sorgen, als dass sie sich um jemanden kümmern würden, der sich ohnehin nur auf der Durchreise befand, wie er von vornherein klar gestellt hatte. Außer ihm wohnte niemand in diesem Haus, der Wirt tauchte unregelmäßig, aber sehr plötzlich auf, so dass Jack gezwungenermaßen daran erinnert blieb, auf der Hut zu sein.
Manchmal kam es ihm in den Sinn, dass möglicherweise niemand ein Gespräch mit ihm suchte, weil er nicht der erste war, der auf die Idee gekommen war, sich in diesem abgelegen Fleckchen Erde zu verstecken. Warum sollte er der erste sein, und warum sollten nicht schon Menschen hier Zuflucht gesucht haben, die, wie er, eine Vergangenheit, bestehend aus Gewalt und Tod, mit sich brachten.
Es war nur einer seiner Albträume und beileibe nicht einer der schlimmsten, der ihm Bilder zeigte in denen er entdeckt und fortgeschafft wurde. Ob von der eigenen Regierung, der Chinas, den Salazars oder einer der zahlreichen anderen Gruppierungen, deren Hass er auf sich geladen hatte - für ihn machte es keinen Unterschied mehr. Er wusste, sie alle taten nur das, woran sie auch glaubten.Und er wäre der letzte, der es ihnen vorwerfen würde.
Dennoch war es dumm hier zu bleiben, dumm und gefährlich. Nicht nur für ihn, sondern auch für die Menschen, die ihm geholfen hatten am Leben zu bleiben. Ihnen schuldete er es sich einen besseren Ort zu suchen, einen Platz, der weiter entfernt war von allem, das ihm bisher etwas bedeutet hatte. Obwohl er sich sagte wie unwahrscheinlich es war, dass jemand nach ihm suchen sollte, dazu noch nicht weit von Los Angeles, blieb doch das Gefühl der ständigen Bedrohung bestehen.
Und dennoch konnte er nicht aufbrechen.
Das Zimmer hatte er im voraus für eine Woche bezahlt, in dem sicheren Wissen, dass er es niemals länger als höchstens zwei Tage bewohnen würde. Diese waren schneller vergangen, als ihm bewusst geworden war. Seine Müdigkeit, die Träume, die ihn auch im Wachzustand plagten, der Tequila, den ihm sein Wirt angeboten hatte, und den er dankbar annahm in der Hoffnung von seinen Gedanken befreit zu werden - wenn auch nur für eine kurze Zeit - all das zusammen mit der verzweifelten Anstrengung sich nicht erinnern zu wollen, machten es ihm kaum möglich sein Zimmer zu verlassen, in dem er ursprünglich nur für ein paar Stunden geplant hatte zu bleiben.
Vielleicht war es der Kampf gegen die Erinnerungen, die in diesem Zimmer jederzeit präsent zu sein schienen, und die er sich immer noch mit aller Kraft weigerte, zuzulassen; dieser Kampf , der ihm den Willen nahm vorwärts zu gehen.
Freiheit bedeutete für ihn auch Einsamkeit, und in dieser Einsamkeit schienen seine Dämonen von Stunde zu Stunde an Stärke zu gewinnen.

Den Wagen hörte er in einiger Entfernung anhalten, leise Stimmen murmelten bis der Wüstenwind die Geräusche verstreute und weitertrug.
Ein Reflex ließ ihn in einer schnellen, fließenden Bewegung aufstehen und durch einen Spalt im Vorhang sehen. Zwei Männer ,die in Anzügen bei diesen Temperaturen ausgesprochen unpassend
gekleidet waren, stiegen aus dem Auto, und wandten sich Jack`s Hauswirt zu, der bereits auf sie zu warten schien. Mehr brauchte Jack nicht zu sehen.
Jahrelange Übung in raschem, überlegten Handeln ließen ihn automatisch funktionieren. Seine Müdigkeit verschwand an diesen Ort in seinem Inneren, den er abriegeln konnte, wenn es sein musste.
Rasch suchte er seine wenigen Habseligkeiten zusammen, beseitigte offensichtliche Spuren seines Aufenthalts und platzierte seine Waffe im Gürtel, bevor er das Zimmer, das ihm zu wenig Ruhe geschenkt hatte, verließ und sich auf den Weg machte, der er bereits am ersten Tag seines Aufenthaltes festgelegt hatte. Nachdem er durch das schmale Dachfenster geklettert und mit einem Sprung auf dem staubigen Boden des Hinterhofes gelandet war, lief er, jede Deckung ausnutzend, zur Scheune des Nachbarhauses, in der sich, wie er wusste, ein Truck befand.
Ein Bündel Geldscheine versteckte er in einem zerbrochenen Regal und stieg in den Wagen, den er im Bruchteil einer Sekunde aufgebrochen und kurzgeschlossen hatte. Langsam und geduldig fuhr er rückwärts aus der Scheune in Richtung Straße, darauf achtend keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen.
Erst einige hundert Meter entfernt von der kleinen Ansammlung schäbiger Häuser mitten im Nirgendwo, wagte es Jack Gas zu geben. Der Motor heulte auf und der Truck schoss über die holprige Straße, gewährte ihm einen Moment des Aufatmens.
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