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fandom24/prompt#009

Titel: Monate
Autor: callisto24
Fandom: 24
Charaktere: Jack, Tony
Genre: Drama
Thema: Jack und Tony nach Season4
Word Count: 1506
Rating: PG-13
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....

Die Luft in dem schäbigen Mietwagen war unerträglich. Tony wünschte zum wiederholten Male, dass sich die Fenster öffnen ließen oder das Auto mit dem offenen Dach nicht schon vergeben gewesen wäre. Mit der linken Hand wischte er sich den Schweiß von der Stirn und wunderte sich wieder einmal wie sehr er, trotz seiner lateinamerikanischen Herkunft unter der drückenden Hitze litt.
Aber es war nicht nur die Hitze, die ihm zu schaffen machte, oder die Umwege, die er seit zwei Tagen nahm um jedwede Möglichkeit einer Verfolgung, auch wenn sie seiner Ansicht nach extrem unwahrscheinlich war, definitiv auszuschließen. Unter ständigem Richtungswechsel näherte er sich in weiten Kreisen den Koordinaten, die er während Jacks letztem Anruf hatte ermitteln können.
Und das war der eigentliche Grund für seine Sorgen, die Tatsache, dass das unerklärliche Gefühl, das er seit Monaten nicht imstande gewesen war, abzuschütteln, einer beunruhigenden Gewissheit gewichen war.
Oberflächlich gesehen war alles, den Umständen entsprechend, in Ordnung, keine unerwarteten Vorkommnisse, die den Grund für eine Verdächtigung egal welcher Seite, geliefert hätten. Das war es auch, womit er Michelle und Chloe beruhigt hatte, wenn sie, in jüngster Zeit auch immer seltener, mit dieser einen Frage in ihren Augen zu ihm gekommen waren. Es bestand nicht der geringste Verdacht, dass Jack Bauer noch am Leben sein konnte, das Thema war abgeschlossen, und für die wenigen Leute, die die Wahrheit kannten, blieb nur noch, das Geheimnis für sich zu behalten, eventuell bis an ihr Lebensende.
Ein Umstand, mit dem sie sich alle ohne Bedenken bereit erklärt hatten zu leben. Wenn, ja wenn nicht das Einzige eingetreten wäre, auf das er nicht vorbereitet gewesen war.
Nicht dass Jack ihm während ihrer kurzen, vorsichtigen Telefonate einen Hinweis gegeben hätte , sei es bewusst oder unbewusst. Er hatte jedesmal geklungen, wie man es von jemandem erwarten konnte, der dem Tod oder Schlimmeren gerade noch einmal entkommen war, und einen Neustart begann ohne die Bande zu seiner Familie restlos kappen zu können. Aber für Tony gab es keinen Zweifel, dass Jacks jahrelange Übung im Verbergen der wirklichen Situation auch hier zum Einsatz gekommen war. Es war ihm einfach unmöglich geworden seinen Verdacht beiseite zu schieben, und Jack den Weg gehen zu lassen, den er für sich anscheinend gewählt hatte. Dazu bedeutete er ihm zu viel. Dazu schuldete er ihm zu viel.
Tonys Verdacht hatte sich endgültig bestätigt, nachdem es ihm gelungen war Jacks Aufenthaltsort zu lokalisieren. Danach hatte es ihn nicht viel Überlegen und Planung gekostet um so schnell wie möglich aufzubrechen. Er hatte verschiedene Spuren gelegt, Michelle, Bill und Audrey unterschiedliche Ziele genannt und es war kein Problem gewesen einen Kurzaufenthalt ungeplanter Länge mit der Vorbereitung einer längst überfälligen Operation zu begründen.
Was auch immer es war, dass Jack in Mexiko festhielt, er würde ihm klar machen müssen, dass es das Risiko nicht wert war.
Die Hitze war unerträglich. Tony erinnerte sich an seinen letzten Aufenthalt in diesem Land, es war ein Tag wie dieser gewesen. Eine niederdrückende Schwüle lag in der Luft und nahm einem den Atem. Mit Sicherheit würde es heute Nacht gewittern, er konnte es daran erkennen wie ihm der Schweiß in Bächen herunterlief, als ob er das bevorstehende Regenwetter vorwegnehmen wollte.
Die Dämmerung begann sich anzukündigen und Tony erkannte das Gebiet erreicht zu haben, von dem aus Jack das letzte Mal mit ihm gesprochen hatte. Der Ort war so versteckt und abgelegen, dass es im Grunde nicht schwierig sein dürfte einem Ausländer hier ausfindig zu machen. Es würde reichen, Ohren und Augen offen zu halten. Er selbst würde nicht auffallen, aber für Jack dürfte ein Gang durch die Gemeinde wie ein Spießrutenlauf aussehen. Wieder fühlte sich Tony zurückversetzt in die Zeit, die Jack bei den Salazars verbracht hatte, und an die vielen unklaren und beunruhigenden Eindrücke, die er nach seinem letzten Besuch dort mit zurück in die CTU genommen hatte. Seine Haut war braungebrannt gewesen, fast ebenso wie die der anderen in Ramons Organisation, aber dadurch waren seine Haare in der Sonne schon beinahe weiß erschienen, und seine Augen von einer Helligkeit und Größe, die er nie vergessen würde. Dass Jack nicht er selbst gewesen war, war Tony spätestens bei diesem Anblick klar geworden. Das waren nicht nur die Drogen und die Anspannung während einer derart langen Mission gewesen, Jack war nahe daran gewesen sich selbst zu verlieren, und es war nicht zu leugnen, dass er ein Stück von sich in diesen Tagen unwiederbringlich verloren hatte.
Tony seufzte und entschloss sich einen Platz für den Wagen und, wenn möglich einen Unterschlupf für die Nacht zu suchen. Entweder er hatte Glück, und fand Jack noch bevor das Gewitter losbrach, oder er würde sich weiter gedulden müssen.
Da sich nur einen kleinen Fußmarsch entfernt eine versteckte indianische Kultstätte befand, die hin und wieder von Archäologen und Interessierten aufgesucht wurde, gelang es Tony ziemlich schnell ein Zimmer für die Nacht und Schutz für das Auto zu finden.
Erleichtert zumindest aus dem fahrenden Gefängnis, in dem er den ganzen Tag verbracht hatte, befreit zu sein, begann er sich die bescheidene Ansammlung von Häusern genauer anzusehen.
Zu seiner Erleichterung war nicht das geringste Anzeichen für die Anwesenheit irgendeiner Art von organisiertem Verbrechen zu entdecken. Zumindest sank damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Einfluss der Salazars bis hierhin erstreckt haben könnte. Denn auch wenn die Anführer tot, und die Organisation zerschlagen war, so blieb doch immer etwas zurück. Es gab immer unauffällige Mitarbeiter, die den Versuch wagten aus den Resten einer Legende etwas Neues zu schaffen, und das nicht immer ohne Erfolg. Und die Salazars hatten lange genug über einen Großteil der illegalen Aktivitäten in diesem Lande geherrscht. Es wäre unklug anzunehmen, dass ihr Name oder ihr Zeichen schon nach so kurzer Zeit in Vergessenheit geraten wäre.
Immerhin schien dies hier ein friedlicher, beinahe schon idyllischer Ort zu sein, Tony fühlte sich fast versucht zu denken, dass Jacks Wahl ein geschickter Schachzug gewesen sein könnte. Denn sollte trotz allem der Gedanke aufkommen, er könne noch am Leben sein, so war Mexiko mit Sicherheit das letzte Land, in dem man ihn vermuten würde.
Es war immer noch unglaublich heiß, auch wenn sich die herannahende Dunkelheit schon erahnen ließ. Die Luft schien in noch stärkerem Maße aufgeladen zu sein. Tonys Haare klebten an seiner Stirn, und sein Durst begann unerträglich zu werden.
Die Häuser hatte er weitgehend umlaufen, und war nun dort angekommen, wo der Ort an einen kleinen, dicht umwachsenen, grün glänzenden See grenzte.
Eine bunte Lichterkette mit mehreren kaputten Birnen wies auf ein paar wackelige Tische und Stühle, an denen sich offensichtlich einige Bewohner gerne versammelten um den Feierabend einzuleiten. Noch war es zu früh und zu heiß, als dass sich dort mehr als zwei Leute aufhielten, und wie das Wetter sich zu entwickeln schien, würde auch in der Nacht nicht viel los sein.
Tony bestellte ein Wasser, und genoss es die eiskalte Flüssigkeit seine Kehle hinunterlaufen zu lassen.
“Was soll`s?” dachte er bei sich. Es war nicht so als ob heute noch etwas passieren würde, und Michelle war weit fort in einem anderen Land. Sie wäre nicht damit einverstanden, aber andererseits, sie würde es auch nicht erfahren.
Er besorgte sich einen Tequila und stürzte ihn ein einem kräftigen Schluck hinunter bevor er in die Zitrone biss. So gut hatte ihm schon lange nichts mehr getan. Er atmete tief auf und spürte die Wärme seinen Magen emporsteigen.
Gerade wollte er aufstehen um sich noch einen Drink zu holen, als er ihn sah.
Es gab keinen Zweifel, das blonde Haar, der Gang, er hatte ihn doch schneller gefunden, als er es zu hoffen gewagt hatte. Gerade noch gelang es ihm den Impuls aufzuspringen und auf ihn zuzulaufen zu unterdrücken, als ihm etwas anderes aufhielt und ihn dazu zwang reglos sitzen zu bleiben. Als Jack näher kam, wurde Tony auch klar, was ihn irritiert, was sich an seiner Erscheinung so extrem innerhalb der letzten Monate verändert hatte. Er musste unheimlich viel an Gewicht verloren haben, und da er ohnehin zeit seines Lebens schmal und sportlich geblieben war, fiel die Art wie das dunkle Hemd um seinen Oberkörper hing, als wäre es mehrere Nummern zu groß, und die eng geschnittene Jeans, die dennoch zu weit schien, ganz besonders auf. Und dennoch war der Gang forsch, die Haltung aufrecht, so wie Tony es in Erinnerung hatte.
Aber etwas anderes stimmte nicht, Jacks Blick war leer, auch in dieser Entfernung war es deutlich zu erkennen. Eine eiskalte Hand umfasste Tonys Herz, als es ihm blitzartig klar wurde. Jack nahm seine Umgebung nicht bewusst wahr, nicht auf die Art, die ihm zu seiner Natur geworden war. Er hatte Tony nicht bemerkt, und er achtete mit Sicherheit auch in keinster Weise auf irgendetwas anderes, das sich um ihn herum abspielte, ein Verhalten, dass für jeden Agenten, der jemals im Feld tätig gewesen war, undenkbar, und für Jack, solange er ihn kannte, niemals in Frage gekommen wäre. Egal wie erschöpft, wie übernächtigt oder gestresst er sein mochte, auf Jacks unbedingte Aufmerksamkeit und Konzentration, die ihn auch die unauffälligsten Hinweise erkennen ließ, war hundertprozentiger Verlass.
Nur jetzt nicht! Was war mit ihm los? Tony stand auf, alle Vorsicht vergessend. Er schuldete es ihm und sich selbst alles zu versuchen um zu erfahren was geschehen war.
(Weiter mit prompt#010)
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